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Hundertwasser

 

Die Beschäftigung Hundertwassers mit dem Entwerfen und mit der Gestaltung von Briefmarken stellte nicht nur eine Nebenbeschäftigung oder eine art angewandter Kunst dar. Sondern sie ist vielmehr höchst selbstständig, authentisch und aussagefähig.

Für ihn bedeutete sie eine ebenbürtige künstlerische Leistung wie etwa das Malen von Gemälden oder das Entwerfen von Bauten. Ist schließlich das fertige Produkt ein Massenprodukt und zudem noch von reichlich kleinem Format, so ist die Bedeutung einer Briefmarke indessen doch unvergleichlich gewichtiger. Für Hundertwasser war eine Briefmarke ein Zeugnis der Weiträumigkeit der Welt sowie ein Mittel zum Berichten und Erzählen darüber.

In einem Gedicht, das Hundertwasser 1943, also noch mitten im Krieg in Wien aufschreibt, lobt er die Wirkung der Briefmarke auf seine damalige geistige und gefühlvolle Verfassung:
„Die Marken sind zwar geschaffen von menschlicher Hand / doch sind sie nicht tot, sondern leben, weil sie erzählen Was sie gesehen, was sie erlebt und selber sind. Wer hat denn je im Leben so viel wie sie gesehen!“

Der fünfzehnjährige sieht also in einer Briefmarke ein Zeichen, das ihn erinnert an seine unbegrenzten Träume und Ausgriffe in die Gefilde der Phantasie. Da verhält er sich wie andere Jugendliche in diesem Alter. Doch bei ihm kommt noch etwas hinzu. Durch seine Beschäftigung mit Briefmarken konnte er der lebensfeindlichen Wirklichkeit ein wenig entkommen. Sie verführen ihn zum Wunschdenken und zu den Tagträumen, die Voraussetzungen für die Entfaltung seiner künstlerischen Vorstellungen und Zielsetzungen. Abgeschnitten von den Bildnissen der Kunst aus anderen Ländern und Kontinenten, flüchtet sich Hundertwasser damals in die privaten Anschauungen seiner kleinen Berichterstatter, von den Wundern der Ferne und der Fremde.

So wie bei der Behandlung seiner Grafik, die Hundertwasser ja als eine Art von demokratischem und massenwirksamem Medium der Kunstwelt ansieht, das – im Gegensatz etwa zu einem Originals, – viele erreichen und viele erfreuen kann, war für ihn die Briefmarke eine Möglichkeit, die fast jedem offen steht und die praktisch jeden erreichen und beeinflussen kann.

Eine Briefmarke ist, –zumindest in den Zeitaltern vor der E-Mail und vor dem Telefon, d.h. den heutigen Medien der Kommunikationen mit anderen, welche das Briefeschreiben immer mehr verdrängen – ein gefällig bildlicher Bote aus den unbekannten und geheimnisvollen Gegenden der Welt mit ihren unbegrenzten Wundern, ihren Träumen und der damit verbundenen unstillbaren Sehnsucht dorthin.

Hundertwasser, der sich ein Leben lang bewusst der Träume seiner Kindheit zu vergewissern trachtete, entwarf und schaffte Briefmarken für nahe und ferne, für bekannte und für exotische, für kleine, mittlere und für ganz große Nationen - wie etwa auch für die Vereinten Nationen. Kein Wunder, dass seine Briefmarken eifrig gesuchte und Heißgeliebte Objekte für die unstillbare Leidenschaft ihrer Gemeinde von Sammlern darstellen.

Wenn wir über Hundertwasser sprechen, sprechen wir über einen Maler, Architekten, Ökologen und Philosophen. Vielfach wird Hundertwasser als schwer einzuordnender Einzelkünstler gesehen. Auch er selber macht wenig Angaben darüber, welche Künstler in beeinflusst haben.  In frühen Werken von ihn wird jedoch deutlich, dass er vom Wiener Jugendstil beeinflusst wurde, was sich auch in seinen Werken widerspiegelt

Er sagt selber über seine Bilder, dass er sich von seinem Unterbewusstsein leiten lässt. Für ihn ist der mühelose Weg ein Bild fertig zu stellen, das einzig richtige. Meist fängt er ein Bild an einer Ecke an, und arbeitet sich allmählich in die Mitte vor.


- Für Hundertwasser gibt es keine Missstände der Natur, sondern nur Missstände des Menschen: Die Natur zu verändern sind Hundertwasser als nicht wieder gut zumachenden Fehler an.


- Er spricht sich gegen die Verwendung von geraden Linien aus, da er der Meinung ist, dass die Menschen versuchen allmählich alles organisch gewachsene zu töten.

- Ein weiteres Merkmal seiner Werke sind die leuchtenden Farben.

Hundertwasser verwendet bewusst schwarze Absetzungen, um die Farben leuchtender zu machen. Für Hundertwasser ist das Paradies farbenfroh

Dann noch kurz ein paar Worte zu Hundertwassers Architektur:

Er bezeichnete mit dem Lineal konstruierte Häuser als krank und phantasielos. Darüber hinaus sagte er, dass diese Häuser die Menschen krank machen. Er erfand einen neuen Beruf: Den Architektur-Doktor.

Hundertwasser versuchte in seiner Ausübung als Architekturdoktor, kranke Häuser gesund zu machen, indem er sie so veränderte, dass die Natur wieder mehr Platz hat und sich die Menschen wohl in ihnen fühlen. Die Dächer bekommen Zwiebeltürme, Fenster werden bemalt und bekommen sog. Zungenbärte.

- Er integrierte Bäume in Häuser und sprach von Baummietern und Menschmietern. Er wollte mit dem Pflanzen von Baummietern ein Stück der Natur wiedergeben, was ihr durch das errichten von Häusern genommen worden ist.


- Hundertwasser entwarf auch eigene Häuser, von denen auch einige gebaut worden sind. In diesen Häusern finden sich immer wieder typische Elemente wieder, wie die Spiralen und er direkte Bezug zur Natur (z.B. das Grubenhaus, das völlig mit Erde bedeckt ist und begrünt)