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Farbige Briefmarkenträume

von

Friedensreich Hundertwasser

Ein Künstler gestaltet Briefmarken

 

 

 

 

 

 

Vorwort

 

Briefmarken mit Kunstmotiven sind seit  Jahrzehnten ein beliebtes Thema für Sammler. Die Ausgaben des Österreichers  Friedensreich Hundertwasser bilden mittlerweile eine Kollektion für sich, in der sich Schönheit und Wert verbinden.
Lange blieb es nur wenigen Künstlern vergönnt, bereits zu Lebzeiten im Markenformat verewigt zu werden. Und noch seltener kam es vor, dass ein Künstler persönlich an der Entstehung der Briefmarken beteiligt wurde.
Der technische Fortschritt bei mehrfarbigen Druckverfahren brachte in den sechziger Jahren das Thema "Kunst" in die Spitzengruppe der beliebtesten Motivgebiete unter Briefmarkensammlern. Nun wurden Jahrhunderte, sogar Jahrtausende der Kunstgeschichte umfassend dokumentiert und herausragende Werke reproduziert. Dazu kamen Anlässe wie Weihnachten und Ostern, die einen endlosen Bedarf an christlichen Motiven mit sich brachten.
Bald konnte man zu Jubiläen der bekanntesten Namen wie Dürer,
Tizian, Rubens, Chagall oder Picasso eigene Kollektionen anlegen und mehrbändige Alben füllen. Und nach einigen Jahren gab es kaum noch wichtige Werke, die nicht wenigstens einmal oder gleich mehrfach im Briefmarkenformat reproduziert waren.
Zeitgenössische Künstler blieben auf Postwertzeichen jedoch weiterhin seltene Ausnahmen. Zu schwierig erschien es wohl dem allgemeinen Publikum der Postbenutzer aktuelle, meist umstrittene Werke zu präsentieren. Das hat sich erst in den letzten Jahren gewandelt.
Beigetragen hat dazu sicher der Erfolg der Briefmarken  von Friedensreich Hundertwasser. Der Österreichische Maler und Grafiker, in den sechziger und frühen siebziger Jahren von vielen noch als "Bürgerschreck" angesehen, ist heute als Staatskünstler seines Landes und naturverbundener Vordenker international anerkannt.

 

 

CUBA 1967

Am 29. Juli 1967 wurde die erste Briefmarke von Friedensreich Hundertwasser, als Postwertzeichen in Cuba ausgegeben.
Fidel Castro hatte in diesem Jahr den "Salon de Majo" aus Paris nach Havanna eingeladen, um ihn dort im Pavillon de Cuba zu zeigen. Mit tatkräftiger Unterstützung Frankreichs kam das Projekt zustande. Der damalöige französische Staatspräsident De Gaulle lag viel an kultureller französischer Präsenz in der "Dritten Welt", und Fidel Castro beeilte sich, Frankreichs kulturelle Vormachtstellung zu bestätigen.

Der "Salon de Majo " wurde also nach Havanna verfrachtet und ein Flugzeug voll mit westeuropäischer Künstler, Kritiker, Museumsleute zur Eröffnung eingeladen.

In aller Eile wurden von den wichtigsten Bildern der Ausstellung, von Wilfredo Lam, Felix Labisse, Mariano, Fritz Hundertwasser, Alan Davie, Jean Arp, M.W.Svanberg, Antonio Tapie`s, Gustave Singier, Max Oppenheimer, Pablo Picasso, Alexander Calder, Max Ernst, Victor Vasarely, Portocarrero, Rene`Magritte, Sebastian A. Matta, Sergej Poliakoff, Bram van Velde, Juan Miro, Asger Jorn, Piere Alschinsky, Maria Vieira da Silva, Jean Messagier, Edouard Pignon,  Briefmarken gedruckt.
Von Friedensreich Hundertwasser wurde das Bild "Die Nacht der Trinkerin" als Briefmarkenmotiv verwendet.

 

Friedensreich Hundertwasser war mit dem Druck und der Ausführung der Briefmarke nicht ganz zufrieden, - dazu war sie doch zu unvollkommen gedruckt, gemessen vor allem am hohen Standard des Briefmarkenstichs in Österreich.

Österreich 1975

 

 

An diese Tradition konnte Friedensreich Hundertwasser 1975 anschließen, als er den Auftrag erhielt, für Österreich eine Briefmarke zu entwerfen. Es war sein Vorschlag gewesen, mit dem er- nach Vermittlung von seinem Freund und Manager Joram Harel- an Minister Lanc herantrat, doch bildende Künstler mit der Gestaltung  von Briefmarken zu beauftragen. Nach Überwindung nicht geringer Widerstände – an die er freilich schon gewöhnt war - kam daraufhin - dank Minister Lanc - die Serie "Moderne Kunst in Österreich" zustande, die Hundertwasser bis zu seinem Tode gemeinsam mit Walter Koschatzky betreut hat.
Für die erste Briefmarke schuf er insgesamt fünf  Entwürfe, aus denen dann "Der Spiralbaum" als Postwertzeichen für einen Auslandsbrief (damals 4 Schilling) ausgewählt wurde. (die anderen Entwürfe, alle als Aquarell ausgeführt, zeigten ebenfalls Spiralformen, ein Haus mit 50 Fenstern sowie ein Haus auf Stelzen, auf dessen Dach Bäume wachsen).
Die Zahl der farbigen Druckproben war gewiss nicht geringer als zurzeit von Koloman Moser, und die Briefmarke wurde schließlich im Kombinationsdruck hergestellt. Die Farben Silber, Hellkobalt, Strohgelb, Türkisblau, wurden im Rastertiefdruck gedruckt, Karmin und Schwarz im Stichtiefdruck, um die grün-metallisch leuchtenden punkte zu erhalten, wurde schließlich ein Druckgang als Metallprägung hinzugefügt.
Den komplizierten Stahlstich übernahm Wolfgang Seidel von der östereichischen Staatsdruckerei.
Mit der österreichischen Staatsdruckerei und Wolfgang Seidel hatte Hundertwasser die Partner für die drucktechnische Umsetzung seiner briefmarkenvorlagen in optionaler Qualität gefunden.
Die exzellente Arbeit Seidels, dessen Name auf jeder Hundertwasser-Briefmarke der Österreichischen Staatsdruckerei, neben dem von Hundertwasser steht, garantiert die detailgetreue und farbgerechte Übertragung des künstlerischen Entwurfs für den Druck.
Dafür kommen mehr als zwei Jahrzehnte das gleiche Papier und Druckverfahren (mit Ausnahme der Spiralbaum- Marke, die zusätzlich eine Folienprägung vorsah) zum Einsatz.
Das Druckverfahren, eine Kombination zwischen Raster- und Stichtiefdruck, ermöglicht feine Tonwerte und eine hohe Farbbrillanz, die alle Hundertwasser-Briefmarken in Zukunft auszeichnen.

Zwischen Prof. Wolfgang Seidel und Friedensreich Hundertwasser entwickelte  sich bald eine herzliche Freundschaft, und mit dem er noch viele Briefmarken schaffen sollte. Zu solchen Aufträgen kam es schon relativ bald. Denn der Hundertwasser-Briefmarke war ein außerordentlicher Erfolg beschieden, sie erfreute sich großer Beliebtheit und wurde allenthalben gerühmt, weit über die Grenzen Österreichs hinaus.

Deutsche Übersetzung des Textes der österreichischen Post zur ersten Briefmake Hundertwassers von der Rückseite des oben abgebildeten Ersttagsbriefes " Der Spiralbaum" für das SOS-Kinderdorf

 


 

 

Hundertwasser

Wenn mit dieser Briefmarke eine Reihe beginnt, die alljährlich einen Wert von der Hand eines modernen österreichischen Künstlers bringen soll, bleibt die Frage vorweg offen, ob dieser Start ein glücklicher ist.
Unbesehen der Persöhnlichkeit des Malers und unbesehen seiner künstlerischen Auffassung ansich, tritt die Frage entgegen ob die großflächig orientierten Arbeiten Hundertwassers geeigneter Bildinhalt eines kleingraphischen Kunstwerkes sein können, wie dies die Briefmarke darstellt.
Fritz Stowasser hat einmal in jugendlichen Jahren sehr talentiert gemalt, was die Wiener Akademie auch seiner Mutter bescheinigt hatte. Fritz Stowasser mauserte dann zu Friedensreich Hundertwasser und führte 1952 im Wiener Art-Club seine erste Ausstellung durch. Der künstlerische Weg des Hundertwasser fand schließlich in seiner "Spirale" die für ihn typisch gewordene Form.
Mag sein, dass die Freude an der Farbe, spielerische Kompositionen damit, Grundtendenz für den heuer Siebenundvierzigjährigen sind, andere Aussagen lassen sich schwer oder gar nicht aus seinen Arbeiten herauslesen. Wenn ihm die Wiener Albertina 1974 ihre Räume für eine Festwochenausstellung geöffnet hatte, so ist dies gewiss nicht als Ja zu seiner malerischen Methode aufzufassen; Frühwerke des Stowasser mögen dort vielleicht besser gefallen haben als Hundertwassers Schöpfungen.
Der Spiralbaum auf der Sondermarke, schon ein wenig amtlich reglementiert, um den graphischen Gesetzen des kleinen Briefmarkenbilder nahezukommen, ist eben signifikant für diesen Künstler, was damit ausgesagt werden soll bleibt individuelle Mutmaßung.

 

Senegal 1979

 

 

Der Präsident der Republik Senegal, Leòpold Sedar Senghor, war 1977 eingeladen worden, die Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele zu halten. Er widmete sie drei großen Österreichern, "dem Komponisten Mozart, dem Dichter Rilke, dem Maler Friedensreich Hundertwasser". In der Folge lud Senghor Hundertwasser zu einem Besuch in Senegal ein. Bei dieser Gelegenheit entstand das Projekt, Briefmarken für die Republik Senegal zu schaffen. Aus vier Entwürfen wurden drei Motive ausgewählt, die Hundertwasser dem Land schenkte. Zur Ausführung kamen  die Bilder "Schwarze Bäume", "Kopf" und "Himmelsbogenfenster". Diese Briefmarken wurden ebenfalls nach dem bewährten Kombinationsdruckverfahren der Österreichischen Staatsdruckerei hergestellt.

Hundertwasser

"Meine Bilder müssen auf Lèopold Sedar Senghor Eindruck gemacht haben, als er 1954 bis 1956 als Student meine Bilder im Studio Paul Facchetti in der Rue de Lille sah, denn als er Präsident Senegals wurde, war er einer der ersten, die meine grosse Weltwanderausstellung zeigten, nämlich im Musèe Dynamique von Dakar. Dann bestellte er eine Briefmarkenserie von mir bei der österreichischen Staatsdruckerei (eine von dreien).
Bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele im Jahr 1977 verglich er mich als österrichischen Weltbürger mit Mozart und Rilke, was selbstredend als peinliche Entgleisung betrachtet und totgeschwiegen wurde.
Ich habe ihn nur einmal getroffen, bei einer Audienz in Dakar. Er ist ein grosser visionärer Afrikaner, ein Staatsmann, vergleichbar mit Nelson Mandela, und ein Poet". 
Catalogue Raisonnè, Seite 608-609

 


 

Verausgabte Souvenierblocks zur Serie

Die obenstehenden Blockausgaben mit der Mi.Nr. 34 bis 36, fassen die bildgleichen Werte des Satzes jeweils im Viererblock zusammen, umgeben von einem breiten Rand mit einzelner Nummerierung.
Ursprünglich wurden diese Souvenirblocks mit je 4 Briefmarken im breitrandigen Format 190 mm x 240 mm gedruckt.
Doch nur ein geringer Teil davon blieb in dieser Größe erhalten.
Denn die Blockränder wurden auf dem Transportweg stark beschädigt und später beschnitten, so dass das übliche Format nur noch 132 mm x 156 mm beträgt.

 

Friedensreich Hundertwasser und Wolfgang Seidel mit Briefmarken-Probedruck "Kopf" für Senegal; rechts daneben nicht realisierter Entwurf "Rosa Haus" HW-Verz. 783

 

Briefmarken:

ungezähnt, nicht gummiert (jeweils 2.000 Stück)

Probedrucke

 

UNO 1983

 

Hundertwassers soziales Engagement und die guten Beziehungen der UNO-Postverwaltung zur internationalen Kunstszene ergaben 1983 eine äußerst erfolgreiche Kooperation.
Im Dezember 1983 begingen Die Vereinten Nationen das 35jährige Jubiläum der Erklärung der Menschrechte. Um diesen Meilenstein der Weltgeschichte zu feiern, brachte die Postverwaltung der Vereinten Nationen eine der ungewöhnlichsten und einzigartigsten Serien von Briefmarken in ihrer Geschichte heraus. Diese Briefmarkenausgabe wurde von Hundertwasser auf Einladung von Generalsekretär Javier Perez de Cuellar gestaltet. Seit ihrer Gründung war es das erste Mal, dass der Generalsekretär der Vereinten Nationen einen Künstler beauftragte, eine Serie von Briefmarken zu gestalten.
Für jedes der drei UNO-Vertretungen wurden zwei unterschiedliche Briefmarkenwerte aufgelegt, in bewährter Qualität der Staatsdruckerei in Wien.
Gemeinsames Ausgabedatum war der 9. Dezember 1983. Gedruckt wurden die attraktiven Briefmarken erstmals in Bogen mit je 16 Briefmarken, auf den Außenrändern wurden sie mit den Namens-Signaturen des Künstlers verziert.


Nebenbei wurde Hundertwassers 1,20 Franken-Briefmarke der UNO Genf mit dem "Premio Internazionale Asiagio d Àrte Filatelica" – als schönste Briefmarke der Welt aus jenem Jahr mit der Goldmedaille ausgezeichnet, die ihm vom italienischen Präsidenten Sandro Pertini überreicht wurde.

 

Die Titel der Briefmarken und Manifeste zu den Motiven von Hundertwasser lauten:

 

1. "Homo Humus Humanitas" UNO Genf

 

 

Das Recht auf Wiedergeburt und die Pflicht jedes Menschen, auf dieser Erde fortzubestehen durch Ehrung und Wiederverwertung seines eigenen Abfalls.

Die abfalllose Gesellschaft wandelt Tot in Leben, indem sie den Kreislauf akzeptiert.

Zum Beispiel: Humustoiletten stellen Humus wieder her, unsere Lebensbasis. Pflanzenkläranlagen produzieren reines Wasser, Pflanzen, Sauerstoff und gutes Klima.

Mit Hilfe einer Neuorientierung unserer Begräbnisstätten in Harmonie mit den Gesetzen der Natur leben unsere Toten in den Bäumen weiter, die auf unseren Gräbern wachsen. Und selbstverständlich eine Widergesundung der Landwirtschaft und der menschlichen Tätigkeiten in allen Bereichen, weg von Gift, Zerstörung und Monokultur.

 

Alle Zivilisationen haben so lange gedauert wie ihr Humus. Die ägyptische, griechische, römische und viele andere Zivilisationen waren zu Ende, als ihr Humus zu Ende war.

 

Unsere Zivilisation wird folgen, wenn wir nicht fähig sind, unsere unglaublich dünne Humusschicht wiederherzustellen.

 

2. "Das Recht auf Schöpfung" UNO Genf

 

 

Schöpfung ist die allererste Bedingung des Menschen und sein Ziel. Das Recht auf Schöpfung ist bedeutender als das Recht auf Nahrung.

Wenn der Mensch nicht schöpferisch tätig ist oder daran gehindert wird, hört er auf, menschliche Funktionen auszuüben, und er verliert die Berechtigung als höheres Wesen auf dieser Erde anwesend zu sein.
Unser wahrer Analphabetismus ist nicht die Unfähigkeit, lesen und schreiben zu können, sondern die Unfähigkeit, kreativ tätig zu sein.
Die Kinder, die so genannten Primitiven und die so genannten Abnormalen haben ein viel größeres schöpferisches Wissen, bis sie durch Umerziehung, Uniformierung und Konventionen ihre Seele verlieren.

 

3. "Die zweite Haut" UNO Wien

 

 

Ein freier Mensch trägt freie Kleidung. Wenn die zweite Haut des Menschen uniformiert ist, von leblosen Maschinen hergestellt oder von der Mode diktiert ist, so ist es so wie wenn dem Menschen ein Fremdkörper aufgezwungen wird, und er wird krank, so als ob etwas mit seiner ersten Haut nicht stimmt.

Das ist eine langwierige Zivilisationskrankheit, die sich im Unwohlsein eines jeden einzelnen manifestiert. Dieses Unwohlsein verdichtet sich zu einem Schaden der Selbstachtung und einer Versklavung der Seele mit allen erschreckenden Konsequenzen für unsere Gesellschaft.
Daher muss das Recht auf individuelles äußeres Aussehen jedes Menschen, das Recht jedes einzelnen, individuell verschiedene Kleidung zu tragen, nicht nur toleriert, sondern fest in den Menschenrechten verankert sein.

 

 

4. "Recht auf Träume" UNO Wien

 

 

Träume sind die letzte Zuflucht des Menschen, die letzten Königreiche, die ihm ganz gehören.

Träume zu zerstören ist so, wie wenn man dem Menschen seine Wurzeln und seine Zukunft wegnähme und nichts bleibt, wonach er sich sehnen kann. - Der Mensch lebt vom Träumen.
Wenn Träume ständig vernichtet werden, so wie dies in unserer rationalistischen Gesellschaft geschieht, so ist dies ein Verbrechen, denn Träume sind die Vorbedingungen menschlichen Schöpfertums.

 

 

 

 

5. "Das Fensterrecht"  UNO New-York


 

Das Recht jedes Bewohners, sich aus seinem Fenster zu lehnen und soweit sein Arm reicht, seine dritte Haut, das heißt sein Fenster und seine Außenwand, individuell umzugestalten, damit er sich von seinen internierten Nachbarn unterscheiden kann und damit man von weitem erkennen kann: Hier lebt ein Mensch.

 

 

 

 

 

 

 

6. "Friedensvertrag mit der Natur" UNO New-York

 

 

Das Recht und die Pflicht der Menschheit, alle Streitigkeiten zwischen Menschen beiseite zu legen und einen Friedensvertrag mit der Natur zu schließen, der einzigen übergeordneten Macht von der der Mensch abhängig ist.

 

Der Friedenvertrag mit der Natur muss folgende Punkte beinhalten:

Rückgabe von Territorien an die Natur, die der Mensch sich widerrechtlich angeeignet und vergewaltigt hat.
Toleranz der Spontanvegetation.
Die Schöpfung des Menschen (Kunst) und die Schöpfung der Natur müssen wiedervereinigt werden. Die Entzweiung dieser Schöpfungen hatte katastrophale Konsequenzen für die Menschheit.
Leben in Harmonie mit den Gesetzen der Natur.
Wir sind nur Gäste der Natur und müssen uns dementsprechend verhalten. Der Mensch ist das gefährlichste Ungeziefer, das je die Erde verwüstet hat. Der Mensch muss sich selbst in seine ökologischen Schranken verweisen, damit die Erde sich erholen kann.

 

Kleinbögen und offizielle Ersttagsbriefe zu den UNO-Hundertwasser Briefmarken 1983

 

 

Kapverdischen Inseln 1985

 

 

1973 besuchte Friedensreich Hundertwasser erstmals die Kapverdischen Inseln, vor Westafrika gelegen. 1460  entdeckt, waren sie jahrhundertelang eine portugiesische Kolonie, bis sie am 05.Juli 1975 ihre Unabhängigkeit errangen. Friedensreich Hundertwasser entdeckte seine Liebe zu Kap Verde und verbrachte dort lange Zeit mit seinem Segelschiff "Regentag" .
Der damalige Generalsekretär der Vereinten Nationen Kurt Waldheim bat Friedensreich Friedensreich Hundertwasser um ein Bild zur Versteigerung im Rahmen einer Hilfsaktion für diese arme kleine Republik zu ihrem zehnjährigen Jubiläum.

Friedensreich Hundertwasser bot an, eine Briefmarke zu gestalten und sie zum Vertrieb der Postverwaltung der Kapverdischen Inseln zu überlassen, um so eine internationale Bewerbung des relativ unbekannten Landes und ein Vielfaches an finanziellen Einnahmen zu erzielen.


Da die Postverwaltung der Kapverdischen Inseln mit der am 24. April 1982 ausgegebenen 10$ Escudo-Briefmarken mit dem Titel "Vapor" keinen wirtschaftlichen Erfolg erzielen konnte, setzte man drei Jahre später noch einmal über die Österreichische Staatsdruckerei entsprechende Schritte, um den Ertrag für die Entwicklungshilfe zu verbessern. Es erfolgte ein Überdruck der bestehenden Auflage mit  Wert 30$ Escudos, begleitet von philatelistischen Sammel-Editionen wie einem Souvenirblock.    
Zur Ausgabe kam die untenabgebildete neue Briefmarke am 30. Oktober 1985 mit neuem Wertaufdruck "30" $ Escudos und dreifach durchbalkter "10" $ Escudos.

 

Die Österreichische Staatsdruckerei, die sowohl die Herstellung als auch den Vertrieb übernahm, stellte die neue Briefmarke mit der Michel Nr. 496 in zwei Farbvarianten her,

die sich allerdings nur schwer unterscheiden lassen (und auch nicht gesondert katalogisiert sind).
Am gleichen Ausgabetag  gab die Österreichische Staatsdruckerei drei Blocks, in einer Auflage zu 10.000 Exemplare, zu diesem Motiv  heraus. Diese Blocks im Format 190 x 260 mm tragen jeweils eine Randverzierung in lilagrau, und  enthalten jeweils einen vierer Block mit dem Markenmotiv in geänderter Wertstufe zu 50 $ Escudos in drei neuen Farbvarianten:

Diese drei Briefmarken zu 50 Pesos stellen das Werk "Vapor", was so viel wie Dampf bedeutet, dar.
Symbolisch für den Dampf und die in ihm steckende Kraft zeigt das Gemälde von Friedensreich Hundertwasser ein Dampfschiff mit zwei Schornsteinen - bewusst eine Verbindung zwischen Kraft und Glorie jener Ozeanriesen - die Anfang und Mitte des letzten Jahrhunderts die Weltmeere befuhren.
Die vorgenannten Briefmarken, der unten abgebildete Ersttagsbrief und die nebenstehenden Blockausgaben mit den  Viererblocks zeigen das Gemälde in drei Farbvariationen,  wobei die Schwerpunkte auf verschiedene Farbtöne gelegt wurden - einmal grün, dann rot und bei der dritten Variante gelb.

 

Blockausgaben und Sonderstempel zu den Hundertwasser Briefmarken

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Österreich und CEPT-EUROPALIA 1987

 

 

Im Jahre 1958 fand in Brüssel die Weltausstellung statt und zugleich wurde die belgische Hauptstadt Sitz der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Beide Ereignisse gaben den Anstoß für die Entstehung der "EUROPALIA". Anlässlich der Weltausstellung hatten das Palais des Beaux Arts in Brüssel und das Belgische Zentrum für Internationalen Kulturaustausch beschlossen, am Rande der wirtschaftlichen und technischen Demonstrationen ein Kulturfestival zu veranstalten. Der große Erfolg des Festivals führte zu dem Beschluss, in Zukunft im Abstand von zwei Jahren jeweils ein Land nach Brüssel einzuladen, um sich dort über einige Monate kulturell darzustellen. Die Bezeichnung "EUROPALIA", die für dieses Projekt gefunden wurde, ergab sich aus einer Verbindung von "EUROPA" und "OPALIA", dem lateinischen Wort für das altrömische Erntedankfest. 1969 folgte Italien als erstes Land dieser Einladung, 1971 stellten die Niederlande aus, danach 1973 Großbritannien, 1975 Frankreich und 1977 die Bundesrepublik Deutschland. Im Jahr 1980 feierte Belgien mit der "EUROPALIA" den 150. Jahrestag seiner Unabhängigkeit, 1982 war Griechenland an der Reihe, und 1985 Spanien.

 

Die "EUROPALIA 1987- ÖSTERREICH" fand im Dezember 1987 in Brüssel statt.

Die aus diesem Anlass erschienene Sonderpostmarke zeigt als Motiv das inzwischen legendäre "Hundertwasser-Haus" in Wien.

 

Österreich widmete dem – rasch zur Touristenattraktion gewordenen - "Hundertwasser-Haus" in Wien seine Europa-Marke des Jahres 1987.
Mit diesem Bauwerk setzte der Künstler erstmals seine gesammelten architektonischen Ideen in großem Stil in die Wirklichkeit um, es entstand eine abwechslungsreiche, farbenfroh gestaltete Gruppierung von Wohnräumen, Fenstern, Treppen und Türmen, ohne gerade Linien und rechte Winkel, aus natürlichen Materialien gebaut und mit Pflanzen und Bäumen durchsetzt.


Die Briefmarke selbst, Mi.Nr. 1876 vom 6.April 1987 mit Nennwert 6 Schilling, erschien als Europamarke zum Thema "Moderne Architektur", gleichzeitig zum Europäischen Kulturfestival EUROPALIA 1987 in Brüssel.


Der Briefmarkenentwurf stammt allerdings nicht von Hundertwasser selbst, sondern von der Grafikerin Auguste Bökscör.

 

 

Liechtenstein 1993

 

Das Fürstentum Liechtenstein folgte 1993 dem Beispiel Österreichs und startete am 7.  Juni 1993 eine Serie jährlicher Ausgaben von Briefmarken zeitgenössischer Künstler aus den Nachbarländer unter dem Motto "Hommage an Liechtenstein". Auch hier konnte Friedensreich Hundertwasser für die Premieremarke gewonnen werden.

Der Titel der Briefmarke lautete: "Der Schwarzhutmann", und wurde in einer Auflage von 523.057 Stück mit einem Nennwert von 2,80 Franken hergestellt.  Diese Briefmarke wurde ebenfalls von der Österreichischen Staatsdruckerei gedruckt und für den Stahlstich war der Stecher Wolfgang Seidel verantwortlich.

 

 


 

Offizielle Maxikarte zur Hundertwasser Briefmarke

Europarat-Gipfelkonferenz in Österreich 1993

 

 

Am 8. Oktober 1993 erschien eine weitere Hundertwasser-Briefmarke in seinem Heimatland Österreich, aus Anlass der Gipfelkonferenz des Europarates in Wien. Dafür wurde ein Ausschnitt aus seinem Gemälde "Beiordnung von 99 Köpfen"
(HW-Verz. Nr. 134, entstanden 1952 in Wien) umgesetzt. Die 7 Schilling-Briefmarke, Mi.Nr. 2111, mit dem Titel "36 Köpfe" wurde wieder von der Staatsdruckerei Wien im kombinierten Stich- und Rastertiefdruck hergestellt.

 

 

 

 

 

Gipfelkonferenz der Staats- und Regierungschefs der Europarat-Mitgliedsstaaten - Wien 1993

 

Der Europarat wurde 1949 als europäische Organisation für zwischenstaatliche und parlamentarische Zusammenarbeit gegründet, um die Menschenrechte und die parlamentarische Demokratie sowie die Rechtsstaatlichkeit zu schützen, europaweit Abkommen zur Harmonisierung der sozialen und rechtlichen Praktiken zu schließen und das Bewusstsein für eine europäische Identität zu wecken.
Schon 1951 erhielt Österreich Beobachterstatus, eine Vollmitgliedschaft war erst nach der Herstellung der vollen Souveränität Österreichs möglich. Deshalb erfolgte der Beitritt erst 1956.
Die Europäische Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten und die Sozialcharta sind die wichtigsten Beispiele für die Zielsetzungen des Europarates auf demokratiepolitischer Ebene und seine Sorge um die Probleme der Menschen in Europa.
In den bewegten Zeiten der Veränderungen in Osteuropa und den damit verbundenen Problemen wurde für den 8. und 9. Oktober 1993 ein Treffen der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten des Europarates in Wien anberaumt.

 

Die Organe des Europarates

 

•    Ministerkomitee: dieses setzt sich aus den Außenministern (deren Stellvertretern bzw. ständigen Vertretern/ Botschaftern) der 46 Mitgliedstaaten zusammen; es ist das Entscheidungsorgan des Europarates.
•    Die Parlamentarische Versammlung: 630 Mitglieder (315 Mitglieder und 315 Stellvertreter) aus den 46 nationalen Parlamenten.
•    Kongress der Gemeinden und Regionen
•    Generalsekretariat: 1800 europäische Beamte

 

Ministerkomitee

 

Entscheidungsorgan des Europarates. Dieses setzt sich aus den Außenministern (deren Stellvertretern bzw. ständigen Vertretern/ Botschaftern) der 46 Mitgliedstaaten zusammen. Es garantiert den Schutz der grundlegenden Werte des Europarates und überwacht die von den Mitgliedstaaten eingegangenen Verpflichtungen.
Die ständigen Vertreter der einzelnen Außenminister sind in Straßburg wohnhaft (hochrangige Diplomaten im Botschafterrang).
Das Ministerkomitee tagt einmal im Jahr auf Ministerebene.
Die ständigen Vertreter treffen sich wöchentlich.
Seine Aufgaben: politischer Dialog, Wechselbeziehungen mit der Parlamentarischen Versammlung und dem Kongress der Gemeinden und Regionen des Europarats; Aufnahme neuer Mitgliedstaaten, Verfügung der Beendigung oder Aussetzung der Mitgliedschaft; Verabschiedung von (nicht verbindlichen) Empfehlungen an die Mitgliedstaaten; Beschluss des Haushalts.

 

 

Belege

 

 

Europarat in Frankreich 1994

 

Ein interessanter Vergleich bietet sich mit den bildgleichen Dienstmarken des Europarates von 1994 an. Hierbei zeigt sich, wie bei gleicher Bildvorlage und entsprechendem Bildausschnitt durch unterschiedliche Drucktechniken eine andere Wirkung entstehen kann.
Diese beiden Dienstmarken für den Europarat, als Mi.Nr. 51-52 im Anhang nach Frankreich katalogisiert, erschienen am 15. Januar 1994 in den Wertstufen 2,80 und 3,70 Francs.
Im Offsetdruckverfahren in Frankreich hergestellt, wirkt das Bild hier wesentlich schwacher; der spezielle Reiz gegenüber den anderen Hundertwasser-Briefmarken geht so weitgehend verloren.


Noch wesentlich rarer sind sie als Einzelabzüge in Blockform auf gummiertem Papier ohne Zähnung. Darüber hinaus existieren blockähnliche Sonderdrucke mit beiden Werten auf einem Blatt, ebenfalls ohne Perforation. Diese beiden Werte kommen – wie die meisten Nachkriegs-Ausgaben aus französischen Druckereien – auch in geschnittener Version als seltene  Musterstücke zu Vorlagezwecken vor.

 

Maxikarte und offizieller Ersttagsbrief

UNO 1995

 

Am 3. Februar 1995 brachte die Postverwaltung der Vereinten Nationen jeweils eine Briefmarke für ihre drei Büros in Genf, New York und Wien in Umlauf. Der Anlass war die "Weltgipfelkonferenz für soziale Entwicklung" in Kopenhagen.
Diese Briefmarken wurden ebenfalls von Friedensreich Hundertwasser, diesmal aus vorhandenen älteren Werken, gestaltet und realisiert. Hierbei handelt es sich um folgende Bilder:

Die Briefmarke "Dreimal Hoch", UNO New York; Mi.Nr. 680, von Friedensreich Hundertwasser wurde mit dem`1. Preis der WIPA "Prix del`Exposition WIPA 1995" ausgezeichnet. Besonders hervorgehoben wurden die ausgewogenheit der Komposition, die Farbwahl sowie die hervorragende Druckqualität dieses schwierig zu realisierenden Briefmarkenentwurfes.
Seit der "Wipa 1981" wird der "Grand Prix de I`Exposition WIPA" an die schönste Briefmarke der Welt verliehen. Alle Postverwaltungen des Weltpostvereins werden eingeladen, jene Briefmarke einzureichen, die sie für die bestgelungene halten. Daraus wählt eine Jury die zehn schönsten Briefmarken der Welt.

 

Maxikarten und offizielle Ersttagsbriefe zu den Hundertwasser Briefmarken

Luxemburg 1995

 

Am 6. März 1995 erschien erstmals in Luxemburg eine Ausgabe mit Arbeiten von Friedensreich Hundertwasser.
Das Großherzogtum feierte mit sieben Briefmarken-Werten die Wahl seiner Hauptstadt zur "Kulturstadt Europas".
Diese drei Briefmarken zu jeweils 6 Franc, mit der Mi.Nr. 1360 bis einschließlich 1362, zeigen die Werke des Künstlers:
"König der Antipodischen", HW-Verz. 928A;  "Arkadenhaus", HW-Verz.165B;  und "Der kleine Weg", HW-Verz. 931A.

 

Druck und Stich erfolgten in bewährter Qualität in der Österreichischen Staatsdruckerei.


Dies sollten die letzten Briefmarken sein, die von Friedensreich Hundertwasser vor seinem plötzlichen Tod am 19. Februar 2000 auf dem Luxusdampfer Queen Elizabeth II, die sich vor Brisbane in Australien zur Weiterfahrt rüstete, herausgegeben wurden.

Liechtenstein - EXPO 2000

 

Mensch - Natur - Technik

 

Das Motto der EXPO 2000 "Mensch - Natur – Technik" ist Ausdruck eines Verständnisses dessen, was auf unserem Planeten passiert. Mehr denn je stehen die Resultate technischen Fortschritts auf dem Prüfstand. Sie müssen sich daran messen lassen, ob sie dazu beitragen, die natürlichen Lebensgrundlagen für kommende Generationen zu erhalten. Ein Meilenstein war die UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro. Hier verpflichteten sich die teilnehmenden Nationen zum ersten Mal dem Gedanken der "nachhaltigen Entwicklung". Die Lebensbedingungen der Menschen von heute müssen verbessert werden, ohne die Ressourcen der Erde zu zerstören und damit die Zukunft der Menschen von morgen aufs Spiel zu setzen. Grundlegende Maßnahmen, wie dieses Ziel zu erreichen ist, wurden in der Agenda 21 festgeschrieben, einem Aktionsprogramm für das kommende Jahrhundert, dem sich rund 170 Staaten verpflichtet haben.
Mit dem Leitthema "Mensch - Natur - Technik" verpflichtet sich die EXPO 2000 dem Geist von Rio.
Hier standen weltweit Wege zur nachhaltigen Entwicklung und zur Umsetzung der Agenda 21 zur Debatte. Die EXPO 2000 setzt den in Rio eingeschlagenen Weg nicht nur inhaltlich-theoretisch fort, sondern sie reagierte mit ihrem Ziel, die Länder des Südens und Ostens zu integrieren, auch auf eine ganz praktische Erkenntnis:
Um die Zukunft der Menschheit zu sichern, brauchen wir eine globale Umwelt- und Entwicklungspartnerschaft. Die Folgen der ökologischen und ökonomischen Probleme von heute machen längst nicht mehr an Ländergrenzen halt. Die Nationen und Völker dieser Erde gehören darum gemeinsam an einen Tisch, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, diese Probleme in den Griff zu bekommen. Jede Idee, jede Anregung und jeder Beitrag wird gebraucht.
Auch deshalb ist es wichtig, dass die Reform- und Entwicklungsländer an der EXPO 2000 teilnehmen.
Deutschland war vom 1.Juni bis zum 31. Oktober 2000 erstmalig in der 150-jährigen Geschichte der Weltausstellung selbst Gastgeber. Zum ersten Mal in der 150-jährigen Geschichte der Weltausstellungen ergänzen Projekte rund um den Globus das Geschehen auf dem EXPO-Gelände in Hannover und lassen somit im wahrsten Sinne des Wortes die EXPO 2000 global, mit knapp 700 Projekten in 123 Ländern der Erde, stattfinden. Damit stellten wir Beispiele vor, die in allen Teilen der Welt lokale Antworten auf globale Herausforderungen geben und den Weg zu einem neuen Verhältnis von Mensch, Natur und Technik aufzeigen.
Gefragt sind also nicht theoretische Ausstellungstücke, sondern auf Dauer angelegte, reale Vorhaben, die an ganz konkreten Problemstellungen arbeiten. Inhaltliche Leitlinie bei der Identifizierung von Projekten ist für uns die Agenda 21, das auf dem ersten Umweltgipfel 1992 in Rio de Janeiro verabschiedete Handlungsprogramm für das 21. Jahrhundert. Nachhaltigkeit ist damit das entscheidende Kriterium für die Auswahl der weltweiten Projekte. Schließlich sollen sie auch über die Dauer der Weltausstellung hinaus ihrem Standort einen bleibenden Nutzen bringen und auf andere Regionen in und außerhalb Deutschlands übertragbar sein. Das enorme Echo von mehr als 2000 Projektvorschlägen allein in Deutschland hat uns gezeigt, wie breit das Thema einer nachhaltigen Entwicklung bereits vielerorts Wirklichkeit geworden ist.

 

Maxikarten und offizielle Ersttagsbriefe zu den Hundertwasser Briefmarken

 

 

EXPO-Projekt 2000: Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen

 

Der überraschende Tod von Friedensreich Hundertwasser am 19. Februar 2000 war ein trauriger Anlass, der jetzt den Uelzener Bahnhof ins Blickfeld der Medien gerückt hat. Der Bau ging allerdings wie geplant weiter, weil die Planungs- und Entwicklungsphase längst abgeschlossen war und nun alles in den Händen der ausführenden Handwerker lag.

Aber bei dem Projekt ging es nicht nur um die typische Umgestaltung durch Hundertwasser, sondern hier sollte modellhaft eine regenerative Energieerzeugungstechnologie für Bahnhöfe entwickelt werden.
So wird der Bahnhof ab 2000 dann die größte Fotovoltaikanlage in Niedersachsen besitzen, selbst eine Solartankstelle ist geplant.
Jetzt wird dieses Expo-Projekt auch die Erinnerung wach halten an einen phantasievollen Menschen der gerade Linien verabscheute.

Österreich 2004

 

 

Am 22. Oktober 2004 brachte die Österreichische Staatsdruckerei eine Sondermarke "Nationalpark Donau-Auen" mit einer Gesamtauflage von 700.000 Marken heraus. 
Die Sondermarke mit der Mi-Nr. 2502 zeigt das Plakat HW Verz. Nr. 808B "Hainburg – Die freie Natur ist unsere Freiheit", das 1984 von Friedensreich Hundertwasser für die Erhaltung der Auen gewidmet wurde, der selbst unter den Au-Besetzern zu finden war und sich für die Erhaltung der unverbauten Natur einsetzte.
Ende des 19. Jahrhunderts begann der Mensch durch Flussregulierungen den Naturhaushalt der Landschaft entlang der Donau zu verändern und in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts Flusskraftwerke zu errichten.
Erst 1984, als das letzte Stück frei fließender Donau durch das geplante Kraftwerk Hainburg gefährdet war, machte ein Aufruf  von Naturschützern mit der legendären  "Hainburger Au-Besetzung" Furore. Nach dem Abschluss der behördlichen Verfahren am 5. Dezember 1984 wurde bei Stopfenreuth mit den Arbeiten begonnen.
Am 8. Dezember 1984 organisierte die Österreichische Hochschülerschaft einen "Sternmarsch" in die Au. Es kam zu einer Au-Besetzung tausender Menschen aller Alters- und Berufsgruppen, die jedem Räumungsversuch widerstanden und die Einstellung der Rodungsarbeiten erzwangen.

Dieses Volksbegehren wurde auch von Friedensreich Hundertwasser aktiv unterstützt. Er schloss er sich den Demonstranten an und kampierte mit ihnen bei Minusgraden in der Au.

 

Hier ein persönlicher Appell von Hundertwasser zur Au-Besetzung.

 

 

 

 

Er entwarf ergänzend ein Poster und widmete es dem "Konrad-Lorenz-Volksbegehren" (Postkarte), der Erlös wurde zum Schutz der Auen und für Rechtshilfe der politisch Verfolgten Umweltaktivisten verwendet.

Dieses Poster und die übereinstimmende Postkarte basieren auf dem Werk HW-Verz. 808 "Das Ende der Wasser"

Zur Erinnerung an diese nunmehr 20 Jahre zurückliegenden Ereignisse wurde von Herrn Christian Fraissl, der in der Nationalpark Donau-Auen GmbH angestellt ist, angeregt, das Werk 808 nunmehr als Motiv auf einer Briefmarke zu verwenden. Der Vorschlag wurde von der Österreichischen Post positiv beschieden.


Im Dezember verordnete die Regierung einen Rodungsstopp und veranlasste neue wissenschaftliche Untersuchungen. Das Ergebnis bewies, dass das Gebiet so schützenswürdig ist, dass es einen Nationalpark verdienen würde, mit welchem ein Kraftwerk nicht vereinbar wäre. Am 27.Oktober 1996 wurde zwischen der Republik und den Bundesländern Wien und Niederösterreich der Vertrag zur Gründung des Nationalparks unterzeichnet.
Der Widerstand in den Hainburger Auen hatte sich gelohnt.

 

Belege

 

 

Österreich 2000


In Memoriam
Friedensreich Hundertwasser

Am 2.Juni 2000 brachte die Österreichische Staatsdruckerei diesen Gedenkblock zum Tode von Friedenreich Hundertwasser mit einer Auflage von 1.100.000 Blöcken heraus. Der Block zeigt das Werk "Blue Blues", HW-Verz. Nr. 944, welches er 1994 auf seinem Wohnsitz "Bottlehouse" in Kaurinui, Neuseeland gemalt hat.
Diese Briefmarkenblock wurde von der Österreichischen Post  in vier verschiedenen Farbvarianten gedruckt und verausgabt.
Der  Block ist unter der Mi.Nr. 2318 – 21 im Österreichischen Michelverzeichnis  zu finden.
Auf der Heimreise von Neuseeland nach Europa erlag der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser am 19.02.2000, 71-jährig an Bord des Kreuzfahrtschiffs "Queen Elizabeth II", einem Herzanfall.
Er wurde auf seinen neuseeländischen Landbesitz zurückgebracht und dort im "Garten der glücklichen Toten" – wie er 1953 eines seiner frühen Gemälde genannt hatte – in Harmonie mit der Natur unter einem TulipTree beerdigt.
Der Gedanke an den Tod hat ihn nie erschreckt. Schon 1993 bezeichnete er die Stelle, wo er begraben sein wollte, auf einem Hügel in seinem Kaurinui Valley unweit des Meeres und nahe dem Platz, an dem auch der Künstlerfreund Henry Kelliher ruht.
Die Genehmigung zur Bestattung an dieser Stelle hatte er von den zuständigen Behörden schon in den achtziger Jahren erhalten.
Dazu hat er geschrieben. " Ich freue mich schon darauf, selbst zu Humus zu werden, begraben, nackt und ohne Sarg unter einem Baum auf eigenem Land in Ao Tea Roa."
Und so, wie er es gewünscht hatte, ist es auch geschehen.
Auf dem unbearbeiteten  Grabstein  ist eine Bronzeplatte in der Form eines Blattes eingelassen mit der Inschrift:

 

Friedrich Stowasser 15.12.1928

Friedensreich Hundertwasser 19.02.2000

Painter-Architect-Ecologist


Maxikarten zu den Hundertwasser Briefmarken
"Blue Blues" in vier Farbvarianten

 

26.08.2002


"Hundertwasser Briefmarkenblock der Österreichischen Staatsdruckerei ausgezeichnet"


Bei der diesjährigen "Government Stamp Printers Conference" in Seoul erreichte die Österreichische Staatsdruckerei in der Kategorie "Best Multiple Issue" den ersten Platz für die Hundertwasser Briefmarke.
Bei der Veranstaltung, die im August bereits zum neunten Mal stattfand, waren Teilnehmer von 17 Sicherheitsdruckereien der Welt vertreten. Darunter die  USA, BRD, China, Frankreich, Spanien, Ukraine und Vietnam.
Die Jury setzte sich aus internationalen Fachspezialisten der Druckbranche zusammen.
Die Anerkennung der hohen drucktechnischen und künstlerischen Qualität der österreichischen Briefmarke wurde dadurch wieder einmal bestätigt. Briefmarkendruck hat in der im Jahr 2000 privatisierten Österreichischen Staatsdruckerei bereits lange Tradition.

Österreich 2008


80. Geburtstag von
Friedensreich Hundertwasser

 

Anlässlich seines 80. Geburtstages brachte die Österreichische Post am 18.September 2008 einen neuen Block mit "Hundertwasser-Briefmarken" heraus. Das besondere dabei: Die Motive dieser vier Briefmarken wurden noch vom Meister höchstpersönlich entworfen, wurden leider in der Schilling-Ära nicht mehr verausgabt. Daraus folgt, dass dies vermutlich die allerletzten zur Ausgabe gelangenden Hundertwasser-Briefmarken für alle Zeit sein werden.
Im Rahmen der WIPA 2008, die vom 18. bis 21. September 2008 im Austria Zentrum Vienna stattfand, wurde dieser Sonderbriefmarkenblock zur Eröffnung mit einem besonderen Hundertwasser- Sonderstempel einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Diesmal gelangten vier von fünf der von Friedensreich Hundertwasser 1975 entworfenen und vorgestellten Sonderbriefmarken für die Sonderbriefmarken-Serie "Moderne Kunst" zur Ausgabe. Damals entschied sich die Österreichische Postverwaltung nur für den Hundertwasser-Entwurf "Der Spiralbaum" aus dieser Serie. Die anderen vier Briefmarken-Entwürfe wurden damals nicht angenommen und gelangten daher nicht zur Ausführung.
Erst mehr als drei Jahrzehnte später kamen die damals abgelehnten Entwürfe doch noch zu Briefmarkenehren. Pünktlich zum
80. Geburtstag, des am 19. Februar 2000 verstorbenen Künstlers, widmete die Österreichische Post den Kunstliebenden Briefmarkensammlern diesen wunderschönen Vierer-Block.

Die Motive der zum Sonderblock "80. Geburtstag von Friedensreich Hundertwasser" verausgabten vier Briefmarken, zeigen bislang unrealisierte Briefmarkenentwürfe. Diese entwarf Hundertwasser bereits 1975 für die österreichische Postverwaltung, für die von ihm initiierte und ins Leben gerufene Serie "Moderne  Kunst" in Österreich.

 

1. "Spirale"

HW-Verz. Nr. 729; Briefmarkenentwurf I, aus dem im März 1974 in Tunis gemalten Aquarell und Deckfarbe auf grundiertem Zeichenpapier
Maße: 29,5 x 22,5 cm

2. "Gelbes Haus"

HW-Verz. Nr. 730;
Briefmarkenentwurf II, aus dem im März 1974 in Tunis und Wien gemalten Aquarell und Deckfarbe auf grundiertem Zeichenpapier
Maße: 29,5 x 22,5 cm

3. "Baumhaus"

HW-Verz. Nr. 731; Briefmarkenentwurf III, aus dem im März 1974 in Tunis und Wien gemalten Aquarell und Deckfarbe auf grundiertem Zeichenpapier
Maße: 29,5 x 22,5 cm

4. "Spiralbaum rotes Zentrum"

HW-Verz. Nr. 732; Briefmarkenentwurf IV, aus dem im März 1974 in Wien gemalten Aquarell und Deckfarbe auf grundiertem Zeichenpapier
Maße: 35,2 x 28 cm

 

Offizieller Ersttagsbrief und Maxikarten zu den Hundertwasser Briefmarken

 

Österreich 2011


20 Jahre "KunstHaus Wien"

 

 

Als Motivvorlage wurde eine Detailansicht aus dem Originalposter KUNSTHAUSWIEN

(APA 290, 913D, Catalogue Raisonné Seiten 1084/85) ausgewählt.

Erscheinungsdatum: 08.04.2011

 

 

 

Dies ist Hundertwasser-bezogenen, die bisher vorletzte Briefmarke, - wie immer gut ausgeführt von Prof. Wolfgang Seidel. Aber ist es eine echte Hundertwasser Briefmarke? Das überlasse ich Ihnen, aber ich denke, es ist sicher zu sagen, dass Hundertwasser stolz wäre, mit dieser Briefmarke in Verbindung gebracht zu werden.

 

 



Friedensreich Hundertwasser gestaltete 1991 das Poster aus einer Collage des Aquarells der Fassadengestaltung und einer Fotoaufnahme der realisierten Fassade des Kunsthauses Wien.
Dieses Poster wurde von Professor Adolf Tuma abgeändert und zu einer Briefmarke gemacht. Gestochen wurde die Briefmarke von Professor Wolfgang Seidel. Er war es, von dem Hundertwasser verlangt hat, dass nur von ihm die Stiche für eine Hundertwasserbriefmarke ausgeführt werden dürfen. Den beiden Professoren haben wir es zu verdanken, dass geraume Zeit nach dem Tod des Künstlers eine echte Hundertwasserbriefmarke erscheinen konnte. Das KunstHaus in Wien ist eine von Friedensreich Hundertwasser gestaltetes Museum und befindet sich in der Unteren Weißgerberstraße 13 im 3. Wiener Gemeindebezirk.

 

20 Jahre Kunsthaus Wien

 

 

Neben der weltweit einzigen Hundertwasser-Gesamtschau hat das Museum seit 1991 über 60 Wechselausstellungen von renommierten österreichischen und internationalen KünstlerInnen präsentiert. Über drei Millionen Gäste haben die Ausstellungen seit der Eröffnung besucht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Kunsthaus gliedert sich in zwei verschiedene Ausstellungsbereiche: einerseits das Museum Hundertwasser, andererseits die Räume für temporäre Ausstellungen – ergänzt durch den Museums-Shop und das Café Restaurant „Dunkelbunt“. Der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser (1928 – 2000) prägte die Philosophie und geistige Grundlage des Kunst Haus Wien, auch die architektonische Umgestaltung der seinerzeitigen Thonet Möbelfabrik erfolgte nach seinen Entwürfen.

 

 

Die eingesetzten Ersttagsstempel und Sonderstempel

 

 

Der Ersttagsstempel vom 08.04.2011 weist auf das obere Detail des Markenbildes hin, die Dachbegrünung, einschließlich der „Baummieter“. Beides zählt zu dem archi-tektonischen Prinzip Friedensreich Hundertwassers, der Natur ein Teil dessen zurückzugeben, was ihr der Mensch durch die Bebauung entzieht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der am 9.April 2011 eingesetzte Sonderstempel zeigt das von Friedensreich Hundertwasser entworfenem Logo des Hauses, ergänzt mit dem Zusatz „OPEN HOUSE“. Einmal wird auf das Grundkonzept des Hauses verwiesen, nämlich Kunststätte und Ort der Begegnung zu sein, und zum anderen wird an den „Tag der offenen Tür“ erinnert, verbunden mit freiem Eintritt.

 

 

Sonderstempeln und Belege

 

 

 

 

 

 

 

 

UNO Wien 2011

La Pioggia

 

Am 5. Mai 2011 wurde von der UNO Wien ein offizieller Kleinbogen aus der Serie "Grußmarken (II)" verausgabt.
Im Rahmen des Kleinbogens wurde ein von Friedensreich Hundertwasser erworbenes Werk als eines von fünf Motiven für diese Serie verwendet. Das verwendete Werk trägt den Namen: La Pioggia

 

 

Friedensreich Hundertwasser ist hier mit seinem Werk: La Pioggia – Stadt unter dem Regen; HW-Verz. Nr.181A; TAP 35 vertreten (1976).
Es handelt sich hier um einen von ihm erstellten Gobelin Wandteppich  in starken Farben in der Größe von 200 x 300 cm. Gewoben von Rafael Morquecho.

Vienna International Centre

 

Das Vienna International Centre (abgekürzt VIC; „Internationales Amtssitz- und Konferenzzentrum Wien", gebräuchliche Kurzbezeichnung „UNO-City"; befindet sich im 22 Bezirk, Wagramer Straße 5, Donaupark), Projekt für den Amtssitz internationaler Organisationen (vorläufig IAEO und UNIDO)
Die Aktionäre des Zentrums beschlossen damals, dass das Gebäude auch einen repräsentativen Querschnitt durch die österreichische Gegenwartskunstszene aufnehmen und wiedergeben soll, und stellten für die künstlerische Ausstattung einen Betrag von 19 Millionen Schilling zur Verfügung. Es handelte sich um Ankäufe von ausschließlich österreichischen Künstlern, die von einer Fachjury vorgeschlagen wurden.

 


Fazit und Zusammenstellung


Zu dem umfangreichen Schaffen Friedensreich Hundertwassers gehören 26 Werke, die von ihm selbst als Briefmarkenentwürfe für verschiedene Postverwaltungen konzipiert wurden.
Siebzehn dieser Entwürfe wurden - zum Teil nach seinem Tode - als Briefmarke realisiert.

 

Österreich

•  Moderne Kunst in Österreich, 1975
•  Gipfelkonferenz der Staats- und Regierungschefs der Europarat-Mitgliedsstaaten, Wien, 1993
•  80. Geburtstag Friedensreich Hundertwasser (4 Briefmarken in Form eines Blocks), 2008

 

Senegal

•  Kunst auf Briefmarken (3 Briefmarken), 1979

 

Kapverdischen Inseln

•  Schifffahrt, 1982 (gedruckt, aber nicht ausgegeben), 1985 (mit Überdruck ausgegeben)

 

UNO-Postverwaltung

(Wien, Genf und New York)
•  35. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (6 Briefmarken), 1983

 

Liechtenstein

•  Hommage an Liechtenstein, 1993

Zwei der nicht realisierten Entwürfe sind Alternativentwürfe zu einer Briefmarkenausgabe (Vereinte Nationen, Senegal) und wurden deshalb nicht ausgeführt.

 

 

Sieben weitere Entwürfe entstanden für die Postverwaltungen von:


 

Marokko

Französisch-Polynesien

 

Diese Briefmarkenentwürfe wurden jedoch nicht als Briefmarke realisiert.

 

 

Daneben hat Friedensreich Hundertwasser einige seiner Werke für Briefmarkenausgaben adaptiert.

 

Auf der Grundlage dieser Adaptionen wurden Briefmarken ausgegeben von:

 

Frankreich

•  2 Dienstmarken für den Europarat, 1994

 

UNO-Postverwaltung

•  (Wien, Genf und New York) - Sozialgipfel (3 Briefmarken), 1995

 

Luxemburg

•  Europäische Kulturhauptstadt (3 Briefmarken), 1995

 

Liechtenstein

•  EXPO 2000 Hannover (3 Briefmarken), 2000

Die Österreichische Post verwendete weitere Hundertwasser-Motive für die Europa-Ausgabe 1987 (Moderne Architektur, Hundertwasserhaus), anlässlich seines Todes 2000 (Gemälde Blue Blues, im Rahmen der WIPA 2000) und 2004 Nationalpark Donauauen (Plakat Die freie Natur ist unsere Freiheit anlässlich der Aubesetzung in Hainburg).

Erstmals wurde ein Hundertwasser-Motiv anlässlich der Kunstausstellung Salon de Mayo (Havanna, 1967) auf einer kubanischen Briefmarke wiedergegeben.

Mit Ausnahme der Dienstmarken für den Europarat und der kubanischen Marke wurden alle Briefmarken von Prof. Wolfgang Seidel gestochen und von der Österreichischen Staatsdruckerei in einem sehr aufwändigen Kombinationsdruckverfahren produziert (Stichtiefdruck, Rastertiefdruck, zum Teil auch Metallprägung).

 

Entwürfe von Briefmarken die nicht realisiert wurden

Übersicht der Entwürfe:

 

Bildtitel Jahr Land
Pink House 1978 Senegal
Die Dritte Haut 1983 UNO Genf
Seelenbaumgarten 1979 Marokko
Die Qualle von Moorea 1979 Marokko
Vegetativstern 1979 Marokko
Erdblumentopf 1979 Marokko
Pazifikdampfer 1984 Fr.-Polynesien
Senkrecht gelbes Feuerlicht und blaues Wasser auf waagrecht grüner Vegetation und rotes Blut 1984 Fr.-Polynesien
Tahiti Island 1984 Fr.-Polynesien

 

Seit dem ersten offiziellen Auftrag durch die österreichische Post Briefmarken zu gestalten, hatte Hundertwasser die Gewohnheit, für jede Briefmarke die Vorlagen und Entwürfe in Wasserfarbe auf Papier oder in Mischtechnik auszuführen.
Er verwendete dabei ein Bildformat von ca. 30 cm X 25 cm, dieses Maß entsprach einer Größe, das etwa siebenmal größer ist, als  die normalen Abmessungen für Briefmarkenentwürfe.
Diese wurden anschliessend in der gewünschten Briefmarkenformate von Prof. Wolfgang Seidel gestochen.

 

1978 Senegal

HW-Original-Titel: PINK HOUSE
HW-Verzeichnis Nr.: 783

Maltechnik:

Aquarell auf weiß grundiertem Zeichenpapier
Bildgröße: 29,5 x 22,5 cm
Entstehung: Paris 1978
Besitzer: Kunst Haus Wien

 

 

1983 Vereinte Nationen Genf

HW-Original-Titel: Die dritte Haut
HW-Verzeichnis Nr.: 901

Maltechnik:

Aquarell auf weiß grundiertem Papier
Bildgröße: 34 x 24,5 cm
Entstehung: Kaurinui, 16.03.1983
Besitzer: Private Collection, Wien

Ersttagsbrief mit den sechs verausgabten Briefmarken von allen drei UNO- Vertretungen zum 35-jährigem Jubiläum der Erklärung der Menschenrechte, mit Zudruck "Die dritte Haut" des unrealisierten Briefmarkenentwurfs Nr. 7 für die Vereinten Nationen 1983.

 

Originalvorlage

 

 

Die dritte Haut - das Haus oder die Wohnung des Menschen


Als dritte Haut sah Hundertwasser die Häuser und Wohnungen als architektonische Außenhaut, in denen die Menschen nicht wie in Käfigen leben sollen, sondern die Behaglichkeit und das persöhnliche Wohlbefinden des Menschen solle im Vordergrund stehen.
Zwischen 1972 und 1980 erreicht die Bewusstseinsspirale Hundertwassers den kritischen Reifepunkt. Nachdem er in seinen Manifesten und Reden immer wieder verkündete und proklamierte, dass sich der Mensch in seiner dritten Haut nicht wohlfühlt, bekommt er mit dem Auftrag der Gemeinde Wien, die Gelegenheit, den Kampf gegen die gerade Linie aufzunehmen und dafür zu sorgen, dass sich die Bewohner des Hauses in ihrer dritten Haut wohlfühlen.
Hundertwasser erklärte damals gleichzeitig, dass der Mensch sich dessen bewusst werden solle und dass mit jedem Haus, das er baut, auch ein Stück Natur weggenommen wird. Dieses Stück Natur solle er wieder zurückgeben, indem er sein Haus begrünt und ihm Bäume schenkt. Er bezeichnete dies als "Baumpflicht". Neben der Baumpflicht forderte er ein "Fensterrecht". Jeder sollte das Recht haben die Fassade rund um die Fenster individuell gestalten dürfen, soweit sein Arm reicht.
Das so entstandene Hundertwasser Haus im dritten Bezirk von Wien, in der Löwngasse gelegen, ist mittlerweile eine Oase für Mensch und Natur mitten in der Stadt geworden, ein Haus mit 50 Wohnungen des sozialen Wohnungsbaus mit verschiedenen Gemeinschaftseinrichtungen, wie z. B. einer Arztpraxis, einem Kinderspielzimmer, einem Wintergarten, einer Waschküche, einem Café, einem Restaurant und mehreren öffentlichen Waldterrassen. Jede Wohnung ist in einer eigenen Farbe individuell gestaltet und gliedert sich wie ein Puzzle-Teil in die Gesamtheit des Hauses ein
Da dies in realen Bauprojekten so nicht umsetzbar gewesen wäre, ließ Hundertwasser den ausführenden Handwerkern möglichst viel Freiraum in der individuellen Gestaltung der einzelnen Räume und Bauabschnitte.
Seinem Wunsch treu bleibend, die Wände von der Natur bemalen zu lassen, um es menschlich zu machen, legte er eine Reihe von Terrassengärten, die von der Wohnung direkt zugänglich sind, und mit Baummietern bewaldete Fenster und Balkone an.
Hundertwasser hat mit diesem Projekt seine Philosophie der "Dritten Haut", dem "Traumhaus des Menschen", zum ersten Mal realisiert.
In den darauf folgenden 20 Jahren entwarf er etwa 50 Bauprojekte, wovon ungefähr die Hälfte realisiert werden konnte, wie z. B. das Thermendorf in Blumau, die Umgestaltung des Fernwärmewerkes Spittelau, die Renovierung der St.-Barbara-Kirche in Bärnbach/Steiermark, die Autobahnraststätte Bad Fischau, das Kunst Haus Wien, die Krebsstation an der Grazer Universitätsklinik, einen Kinderpark "Kids' Plaza" in Japan, eine Kindertagesstätte in Frankfurt, 1999 das Ronald Mc Donald Haus in Essen,- ein Familienzentrum und Erholungsheim für Eltern von schwerkranken Kindern, und viele andere Gebäude mehr.
Diese Projekte zeugen alle von seinem Verlangen nach noch größerer Lebensqualität und dem Wunsch in größtmöglicher Harmonie und Einklang mit der Natur zu leben, dessen Vorreiter er selber war.
Eine spätere wissenschaftliche Befragung der BewohnerInnen des Hundertwasser-Hauses und der PatientInnen der Krankenstation (Onkologie) an der Medizinischen Universitätsklinik Graz (1993-1994) ergab, dass die Gestaltung durch Hundertwasser sich positiv auf das Befinden der BewohnerInnen und der PatientInnen  auswirkt. Dies gilt gleichermaßen für Kinder und Erwachsene.

 

 

1979 Marokko

HW-Original-Titel: Seelenbaumgarten
HW-Verzeichnis Nr.: 797

Maltechnik:

Aquarell auf gr. Papier
Bildgröße: 31,5 x 23,5 cm
Entstehung: Wien, 23.03.1979
Besitzer: Private Collection, Wien

1979 Marokko

HW-Original-Titel: Der Hut der Qualle von Moorea
HW-Verzeichnis Nr.: 798

Maltechnik:

Aquarell auf gr. Papier
Bildgröße: 31,5 x 23,5 cm
Entstehung: PMoorea, Tahiti 1979
Besitzer: Private Collection, Wien

1979 Marokko

HW-Original-Titel: Vegetativer Star
HW-Verzeichnis Nr.: 799

Maltechnik:

Aquarell auf gr. Papier
Bildgröße: 31,5 x 23,5 cm
Entstehung: Island of lost Desire, an Bord der "Regentag" 14.02.1979
Besitzer: Private Collection, Wien

1979 Marokko

HW-Original-Titel: Erdblumentopf
HW-Verzeichnis Nr.: 800

Maltechnik:

Aquarell auf gr. Papier
Bildgröße: 31,5 x 23,5 cm
Entstehung: "Auf einem Trip rund um die Welt" Januar- Februar 1979
Besitzer: Private Collection, Wien

1985 Französisch-Polynesien


"Diese Inseln liegen ständig in einer Atmosphäre von erotischem Nebel",
schrieb einmal der große Maler Paul Gauguin, dessen leuchtende Bilder aus der Südsee heute Millionen wert sind. Immer wieder malte er die makellos schönen, grazilen Körper und rätselhaften Augen der polynesischen Mädchen.
So ist es also kein Wunder, dass Friedenreich Hundertwasser 1985, ebenso zauberhafte Bilder als Briefmarkenentwürfe  für Franzöisch-Polynesien malte.
Hierzu Friedensreich Hundertwasse persönlich:
"Dieses und die folgenden Bilder sind Briefmarkenentwürfe. Ich hatte im Dezember 1985 eine Ausstellung im Musèe Gauguin auf Tahiti und der Direktor, Gilles Arthur, schlug der Post diese drei Entwürfe vor.
Sie wurden jedoch abgelehnt.
Ich habe die Aquarelle weiterentwickelt, und es entstanden drei japanische Holzschnitte.
Es ist ein erhabenes Gefühl, auf Tahiti auszustellen. Noch dazu hat mich Gilles Arhur zu einem Salat eingeladen, den ich selbst zubereitet habe, in einer Holzschüssel und mit Holzgabel und -Löffel, von Paul Gauguin selbst geschnitzt.
Wenn sie benutzt werden, halten sie, wenn sie in der Vitine stehen, gehen sie in den Tropen schnell kaputt.
Ein Jahr vorher konnte ich meinem Freund Brò einen Wunsch erfüllen eine Ausstellung seiner Werke im Musèe Gauguin organisieren und den Katalog dazu entwerfen. Brò war zweimal auf Tahiti."  

HW-Original-Titel: PACIFIC STEAMERS
HW-Verzeichnis Nr.: 868

Maltechnik:

Aquarell auf Papier
Bildgröße: 37 x 21 cm
Entstehung: Neuseeland,Tahiti 1984
Besitzer: Kunst Haus Wien

1985 Französisch- Polynesien

HW-Original-Titel: Senkrecht gelbes Feuerlicht und blaues Wasser auf waagrecht grüner Vegetation und rotes Blut
HW-Verzeichnis Nr.: 869

Maltechnik:

Aquarell auf Papier
Bildgröße: 27,5 x 36 cm
Entstehung: Tahiti 1984
Besitzer: Kunst Haus Wien

1985 Französisch- Polynesien

HW-Original-Titel: TAHITI ISLAND
HW-Verzeichnis Nr.: 870

Maltechnik:

Aquarell auf Papier
Bildgröße: 41,5 x 29,5 cm
Entstehung: Neuseeland, Tahiti, Wien 1984
Besitzer: Kunst Haus Wien

Philatelistische Artikel


• MANN, H. Gegen den Wind gespuckt - Leisten Sie sich doch einen echten Hundertwasser. In: Briefmarken-Spiegel, 1993, Heft 8, Seite 20-25
• HOFFMANN, Ingeborg: Hundertwasser-Briefmarken - Der besondere Reiz. In: BMS Messe Magazin. 1997, Heft 3, Seite 14-18
• BURZAN, Michael: Kunst aus Österreich geht um die Welt • Die Hundertwasser-Kollektion • ein Künstler macht Briefmarken, in: DBZ, 1997, Heft 22, & 6-11, Heft 23, Seite 12-15
• Kunstvolle Werke auf Briefmarken. In: Briefmarkenwelt 1998, Heft  8, Seite 38-40
• Kunstmarken der Österreichischen Staatsdruckerei: Kreativität, die überzeugt. In: WIPA 2000 Wiener Internationale Postwertzeichen-Ausstellung, Bulletin 1 (Sonderdruck VÖPh informativ Nr. 2a/98), 1998, Seite 38-43
• Gestochen scharf. Kunstmarken der Österreichischen Staatsdruckerei. In: WIPA 2000 Wiener Internationale Postwertzeichen-Ausstellung, Bulletin 2 (Sonderdruck VÖPh informativ Nr. 3a/99), 1999, Seite 38-41
• REIBEL, Nadja: Kleine Stücke vom Paradies • Zum Tod von Friedensreich Hundertwasser. In: Briefmarkenwelt, 2000, Heft 34 Seite 40-41

Ausgesuchte Internetseiten


http://www.hundertwasser.at